Bei der Ausstellung unser Patchworkgruppe in Staig im Jahr 2013 haben sich meine Eltern in den damaligen Gemeinschaftsquilt verliebt. Den hatten wir alle zusammen als Hauptgewinn unserer Tombola genäht. Das Muster der Patchworkdecke sieht raffiniert aus, ist aber ganz einfach zu nähen. Eine Patchworkdecke war mir damals trotzdem noch ein zu großes Projekt, aber ich habe ihnen dann zu Weihnachten zwei Sofakissen mit diesem Muster genäht. Die könnt Ihr Euch hier nochmal anschauen.

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Meine Freundin Christine hat mich schon damals im Patchworkladen in Schorndorf dazu überredet, die Stoffe gleich so zu kaufen, dass auch eine Patchworkdecke daraus werden kann. Weil meinen Eltern die Kissen so sehr gefallen hatten und weil das farblich einfach perfekt zum Sofa gepasst hat, habe ich mich dann doch entschlossen, ihnen die dazu passende Patchworkdecke zu Weihnachten zu schenken.

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Hier seht Ihr das Muster: Eigentlich sind das nur die hellen Quadrate und an zwei Seiten die braunen Streifen. Der Effekt entsteht dadurch, dass jeder zweite Block gedreht wird. Neben den Stoffen, die ich schon beim Kissen verwendet habe, sind noch ein paar weitere aus dem Farbspektrum weiß bis beige dazugekommen. Die ganz weißen sind Stoffe, die ich für die Umänderung meiner Brautjacke gekauft hatte. Das macht die Patchworkdecke für mich noch ein bisschen persönlicher.

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Das Top habe ich bis Weihnachten 2014 geschafft, aber quilten wollte ich die Decke nicht unter Zeitdruck. Und das war ein Fehler, denn dann wurde es immer später. Ich hab immer noch sehr viel Respekt vor dem Maschinenquilten. Und ich wollte das schöne Top nicht durch unschöne Quiltnähte kaputt machen. Dazu kam, dass ich ja nach April 2015 eine völlige Nähblockade hatte.

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Für die Rückseite habe ich einen hellen Stoff mit kleinen Blüten gewählt. Und weil ja die Quadrate nicht die gleiche Farbe hatten, habe ich mit einem Farbverlaufsgarn in Beige- und Brauntönen gequiltet. Je genau – gequiltet… Denn trotz aller Widerstände hatte ich die Decke bis Ende 2015 fertig gequiltet. Das waren mehr als 100 Quadrate, die ich einzeln abgenäht habe: jeweils in dem hellen Quadrat mit 1/4 Inch zur Außenkante der Quadrate. Das könnt Ihr hier ganz gut sehen:

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Der Nachteil dieses Quiltmusters und der Entscheidung, das mit der Maschine zu quilten, war, dass dann am Ende mehr als 400 Fäden zu vernähen waren.

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Ich war nicht nur einmal kurz davor, aufzugeben. Aber schließlich hatte ich sie ja meinen Eltern schon versprochen und deshalb musste sie fertig werden.

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Dazu kam, dass meine Mutter ja sehr krank ist und es mir deshalb wichtig war, dass sie die Decke noch wenigstens ein bisschen bewusst sehen und sich darüber freuen kann.

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Nach Leonies Geburt habe ich mir dann im Sommer vorgenommen, immer mal wieder ein paar Fäden zu vernähen. Das hat dann auch geklappt. Den Rest habe ich auf unserem Patchworkwochenende im November geschafft und so konnte ich meinen Eltern nach fast zwei Jahren endlich den fertigen Quilt überreichen.

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Ich finde das Muster einfach superschön – nicht zu unruhig aber doch so, dass man nicht sofort sieht, wie das gemacht ist. Wenn man die Quadrate immer mit der gleichen Farbe umfasst, kommt dadurch Ruhe rein. Ich mag die Mischung aus den verschiedenen Beigetönen und dem dunklen Braun echt gerne.

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Hier seht Ihr ganz gut, dass die Patchworkdecke nicht dick ist – ich habe ein Baumwollvlies für die Mitte und einen relativ dünnen Baumwollstoff für die Rückseite gewählt. Trotzdem gibt sie genug Wärme. Mein Mutter nutzt die Decke meistens, wenn sie auf ihrem Sessel im Wohnzimmer sitzt. Hier seht Ihr die Decke nochmal in ihrer ganzen Größe:

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Einmal von vorne und einmal von hinten. Jetzt wo sie fertig ist, gefällt sie mir natürlich gequiltet noch besser. Und das, obwohl wirklich nicht jede Naht perfekt gelungen ist.

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Meine Eltern haben sich sehr darüber gefreut – vielleicht auch, weil sie schon gar nicht mehr daran geglaubt haben, dass sie noch jemals fertig wird.

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Gefällt Sie Euch? Das Muster sieht auch in anderen Farben super aus. Auf der Ausstellung hatten wir z.B. Quadrate in mehr als 100 Rottönen und den Rest in einem dunklen Grau. Vielleicht wäre das also auch ein Projekt, um die Restekiste zu leeren.

Jetzt geht das Ganze noch zu:

1 Comment on Was lange währt… eine Patchworkdecke in Brauntönen

  1. MissSewing
    16. Januar 2017 at 12:45 (5 Monaten ago)

    Liebe Daniela,
    ich freue mich, dass Du Deine Nähblockade überwinden konntest, denn das Ergebnis ist einfach gelungen und die Farben harmonieren sehr schön miteinander! Die Frage mit dem Quilting kenne ich sehr gut und mir geht es da ähnlich wie Dir: mit dem Quilting kann man den Charakter einer Decke noch mal einen letzten Schliff verpassen und es stehen verschiedene Überlegungen an. Will man eine moderne Decke mit modernen Quilting oder eine Kuscheldecke mit einem lockeren Quilting, dass die Decke ‘fluffig’ macht und so weiter. Auch dafür hole ich mir bei den Modern Cologne Quilter Kolleginnen immer gerne Rat. Zum Thema Quilting hatten wir auch schon einen Beitrag glaube ich. Ansonsten wäre das mal eine schöne Anregungen für ein Posting.
    Ich bin gespannt auf Deine nächsten Projekte. Vielen Dank für Deinen Beitrag bei Modern Patch Monday.
    viele Grüße, Christiane

    Antworten

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