Letztes Wochenende fand das Lillestoff Festival in Hannover Langenhagen statt. Für mich ist Das Lillestoff Festival 2017 wieder ein Nähevent der Superlative gewesen. Ich bin seit der Erstauflage im Jahr 2014 immer mit dabeigewesen und habe Euch 2014, 2015 und 2016 schon mal darüber berichtet.

Die Vorfreude

Neben allen anderen Gründen, zum Lillestoff Festival zu fahren wie z.B. tolle Workshops, Lillestoffe zu Festivalpreisen, sehr viel Inspiration etc. ist das Festival für mich inzwischen vor allem ein Treffen der Nähszene. Darauf freue ich mich schon alleine deshalb, weil ich da einmal im Jahr viele Nähfreundinnen und Bloggerinnen wieder treffe.

Lillestoff Festival 2017

Deshalb haben ich zusammen mit ein paar Mädels auch schon im letzten September direkt die Hotelzimmer reserviert und dann gezittert, ob es wieder mit Karten klappen wird. Denn nachdem es im ersten Jahr 300 Teilnehmer waren und im Jahr 2015 schon deutlich mehr, stieg die Zahl dann im letzten Jahr auf 800 pro Tag. Damals war da schon klar, dass noch mehr Teilnehmer kaum noch gehen werden und dass deshalb viele auch leer ausgehen werden.

Im April war es dann auch echt spannend mit der Kartenbestellung. Die hohe Zahl an Interessenten zwang die Server recht schnell in die Knie und so war ich echt erleichtert, ein Wochenendticket und Nähtische für beide Tage bekommen zu haben.

Das Festival 2017 – Organisation

In diesem Jahr sollen es am Samstag sogar 1000 Teilnehmer gewesen sein. Und das sowie ein neues Einlasssystem mit Barcodes sorgte am Samstag Morgen für lange Schlangen vor dem Eingang.

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Bulipp sorgte aber dafür, dass die Wartezeit wenigstens unterhaltsam war. Köstlich, wie er immer wieder seinen kleinen roten Teppich für die Besucher auslegte oder mit Charme die lange Schlange entlang schlenderte. Auch in der Halle war er immer wieder zur Stelle und sorgte für viele fröhliche Gesichter.

1000 Menschen am Tag – das ist schon eine Menge. Im ersten Jahr waren es ja noch 300 Nähverrückte über beide Tage, da merkt man schon einen Unterschied. Ich glaube von den Nähtischen war es nicht mal mehr als im letzten Jahr, aber trotzdem fand ich es dieses Mal etwas weniger entspannend. Die Geräuschkulisse konnte ich noch ganz gut ausblenden, aber durch die vielen Menschen haben sich überall schnell Schlangen gebildet – nicht nur beim Einlass, sondern auch an den Kassen beim Stoffverkauf, vor den Toilletten und beim Essen. Alles kein Problem und angesichts der Masse an Menschen immer noch sehr angenehm verteilt, aber eben nicht mehr so kuschelig und persönlich wie in den ersten Jahren.

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Für jeden Teilnehmer gab es wieder einen Goodiebag. Zunächst hatte ich noch keine Idee, was mit dem Stoff mache. Ich wollte zwar immer schon die Jaquardstoffe ausprobieren, aber farblich hat der nicht wirklich gut gepasst. Nachdem ich aber in der Lillestoff Festival Gruppe auf Facebook gesehen habe, wie cool der aussieht, wenn man den umfärbt, werde ich das wahrscheinlich auch ausprobieren. Aber der Hammer war für mich ohnehin etwas ganz anderes – das Buch! Das hatte ich schon so oft in der Hand und habe es dann immer wieder zurückgelegt, weil es zwar toll ist, ich aber so ähnliche Bücher schon habe. Und jetzt freue ich mich wie ein Schneekönig. Auch die Nähzeitschrift, die Schönheitsmaske und das Nähset finde ich sehr toll.

Was ich echt schade fand, war die Sache mit den Armbändern. Ich verstehe es gut, dass sich Lillestoff nach den Vorkommnissen im letzten Jahr zu diesem Schritt entschieden hat, aber die bisherige Lösung mit dem Umhängeband hat es so viel einfacher gemacht, andere Teilnehmer anzusprechen. Und auch die Wertmarken hatten da ihren Platz. Vielleicht lässt sich da noch eine andere Lösung finden.

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Das Essen war wieder sehr lecker. Am Vormittag gab es belegte Brötchen und in der Mittagszeit warme Speisen und Salate. Dazu sehr leckeren Kuchen und zur Freude aller war auch das Café Velo wieder mit von der Partie. Ich trink ja keinen Kaffee, aber der Kakao war auch sehr lecker.

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Ich fand es super toll, dass Lillestoff die Kritik am Plastikmüll im letzten Jahr sofort aufgegriffen und einen Coffee to go Becher mit einem wunderschönen Motiv von Susalabim verkauft hat.

Nicht nur mit Nähtisch konnte man Spaß haben

Es gab ja in diesem Jahr viele, die keinen Nähtische abgekommen haben. Aber auch die konnten viel Spaß haben.

Die Stände in der Halle

Hier hat sich Lillestoff echt einiges einfallen lassen. Wer Kurzwaren vergessen hatte oder kurzfristig noch den passenden Reißverschluss oder Bänder und Borten brauchte, fand in diesem Jahr ein sehr umfangreiches Angebot vor.

Der Christophorus Verlag und der TOPP Verlag präsentierten neue Bücher aus der Szene. Mit dabei war auch ein Papierausdruck des in Kürze erscheinenden neuen Buchs von Pauline Dohmen:

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Neben weiteren Verkaufsständen gab es für mich noch zwei Highlights. Das eine war der Stand der Lillestoff Designer, an dem sie persönliche Karten für die Teilnehmer malten und zeichneten.

Das andere war der Marabu Stand, dem man sich eine Einkaufstasche besprühen und ein Stoffpanel von Susalabim nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten konnte.  Ich habe das am Sonntagvormittag gemacht und fand es so meditativ und entspannend. Da konnte ich die leichte Hektik in der Halle komplett ausblenden und Stück für Stück meinen persönlichen Stoff gestalten.

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Und so sah er dann (ausschnittsweise) aus, als er fertig war:

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Auch am Stand von Fritzi Schnittreif konnte man viel Zeit verbringen. Da ich aber noch so viele nicht genutzte Schnittmuster habe, habe ich mich da zurückgehalten.

Nähverrückte spenden für den guten Zweck

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Wirklich toll fand ich auch die beiden Spendenaktionen, zu denen Lillestoff aufgerufen hatte. Wer wollte, konnte nicht mehr getragene Kleidung an Platz schaffen mit Herz spenden und wurde dafür mit einem Los für die Tombola belohnt. Zudem standen an mehreren Stellen in der Halle Kartons, in denen Stoffreste für Frühchen und Sternenkinder gesammelt wurden.

Die Workshops

Und auch die Workshops deckten wieder sehr viele Interessen ab. Besonders beliebt waren wahrscheinlich wieder die Plotter- und Siebdruckkurse sowie die Fotokurse von Katrin und Sandra.

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Mein ganz persönliches Highlight war aber der Freihandstickkurs von Kasia von mädebykasia. Kasia ist nicht nur eine echte Künstlerin auf diesem Gebiet, sondern sie erklärt auch toll. Und außerdem kennen wir uns schon so lange. Schon alleine für sie hätte sich das Lillestoff Festival für mich gelohnt. Hier seht Ihr mein Schweinchen, das im Kurs entstand:

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Stoffe, Stoffe und kein Ende

Also ich brauche ja keine Stoffe, ist klar… Aber was kann ich dafür, dass die Versuchungen in diesem Jahr noch größer waren? Eben… Denn zusätzlich zu den tollen Festivalpreisen hatte Lillestoff in diesem Jahr noch eine Kilokiste. Und da sind dann fast unbemerkt ein paar Stöffchen in meine Tasche gewandert.

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Und Lillestoff ist eben Lillestoff – da kann ich einfach schlecht nein sagen. In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass ich die Stoffe aus der Feder von Susanne Bochem (Susalabim) fast ausnahmslos großartig finde. Aber auch viele andere Designer treffen meinen Geschmack und die Qualität ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben.

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Das war mein Einkauf – die untere Reihe ist komplett aus der Kilokiste und bei den anderen Stoffen habe ich dieses Mal nach zurückhaltenden Mustern geschaut, die sich gut beplotten lassen.

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Und sonst so?

Ich habe mich an diesem Wochenende von den ganzen Eindrücken und Angeboten treiben lassen. Wirklich viel genäht habe ich nicht, aber das ist nicht schlimm.

Lillestoff Festival 2017

Viel wichtiger war mir die Zeit mit meinen Nähfreundinnen, die vielen Inspirationen und Ideen und die Gespräche mit anderen Teilnehmern. Ich weiß noch, wie schüchtern ich 2014 angesichts der vielen bekannten Blogger und Schnittersteller war. Dieses Jahr war es ganz anders, weil ich mich schon so “zu Hause” fühlte auf dem Festival. Ich habe ganz selbstverständlich Tina von Million Bobbins angequatscht und mich sehr gefreut, Bine von Echt Knorke kennenzulernen.

Ich habe mich gefreut, viele Bekannte aus den letzten Jahren wiederzutreffen und Zeit mit meinen Nähfreundinnen Sandra, Brigitte, Ariadne, Anja, ihrer Mutter Rosemarie, Jessica, Simone und Ursula verbringen zu können. Natürlich mussten dabei auch Fotos in der Fotobooth Ecke entstehen:

Fotobox-1

Fotobox-2

Wobei ich sagen muss, dass die Fotobox in den letzten drei Jahren sehr viel besser war – der Hintergrundstoff war nicht gespannt und das Fotografieren machte viel weniger Spaß als in den letzten Jahren, wenn nach jedem Bild gefragt wurde, ob wir das behalten wollen. Im Moment vermisse ich auch noch die Möglichkeit, die Bilder herunterzuladen, so dass alle Abgebildeten das Foto für sich in vernünftiger Qualität haben.

Wir haben so viel Spaß an diesem Wochenende gehabt, waren traditionell beim Chinesen essen, haben zusammen Sekt getrunken und viel gelacht. Mir gefällt gerade nachdem derzeit  in der Online Nähszene so viel Ungunst zu spüren ist, die Stimmung auf dem Festival. Da helfen sich alle gegenseitig, geben sich Tipps und respektieren sich mit ihren unterschiedlichen Figuren, Geschmäckern und Vorlieben.

Man sieht immer wieder Dinge, die man toll findet und ausprobieren möchte. Toll fand ich in diesem Jahr z.B., dass einige den Nähkasten nach der Anleitung von Blaubeerpfütze nachgebaut und mitgebracht hatten.

Erinnerungen an das Lillestoff Festival 2017

Leider war Eric mit seiner Kamera nicht da, aber Lillestoff hat wieder ein Video drehen lassen, das die Eindrücke dieses tollen Wochenendes festhält. Ihr findet es auf dem Youtube  Kanal von Lillestoff bzw. direkt hier.

Und für alle, die sich auch über nicht ganz so professionelle Fotos freuen, habe ich eine kleine Diashow erstellt. Mit meinem ganz persönlichen Blick auf das Lillestoff Festival 2017:

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Das Lillestoff Festival 2017 war für mich wieder ein traumhaft schönes Wochenende mit super viel Inspiration und vielen Begegnungen. Vielen lieben Dank an Daniele und Güven sowie das ganze Team von Lillestoff, die uns das ermöglicht haben. Wahnsinn, was ihr jedes Jahr auf die Beine stellt! Ich hoffe es gibt 2018 eine Neuauflage ich kann wieder dabei sein.

 

 

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1 Comment on Lillestoff Festival 2017 – von tollen Frauen und bunten Stoffen

  1. Jessica
    21. September 2017 at 18:43 (3 Monaten ago)

    Hallo Dani, das hast du wieder sehr schön geschrieben und es war wieder richtig toll mit dir. Ich freue mich schon auf nächstes Jahr, wenn wir dieses Festival wieder gemeinsam genießen können. Die Bilderstrecke finde ich sehr gelungen, ich mag deinen Stil von Fotos sehr.
    Alles Liebe, Jessica

    Antworten

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