Es gibt Dinge, die faszinieren einen von dem Moment an, wo man es zum ersten Mal entdeckt. So war es bei mir 2011 mit dem Sticken mit der Stickmaschine und auch, als ich zum ersten Mal vom Siebdruck gelesen habe.

Die Idee: Siebdruck als Gestaltungsmittel

Damals – das ist bestimmt schon fünf Jahre her – habe ich mich sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt. Ich fand die Idee toll, meine Ideen auf den Stoff bringen zu können. Dabei wurde mir aber auch schnell klar, dass die Herstellung der Siebe ziemlich aufwändig ist. Damit war das Thema vorerst wieder vom Tisch. Vor drei Jahren habe ich dann auf der Nadelwelt den Stand von Jeromin entdeckt. Da hat Sabine gezeigt, was für tolle Sachen man mit ihren Siebdruckschablonen machen kann:

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Das sah so einfach aus und es war unglaublich faszinierend, wie der Stoff Stück für Stück immer mehr zu einem Kunstwerk wurde. Der Clou war für mich aber: Bei Jeromin kann man nicht nur Schablonen zu einem vernünftigen Preis kaufen, man kann auch eigene Schablonen fertigen lassen. Dafür braucht man nur eine Zeichnung oder einen Text. Und das Ganze ist mit 15 Euro pro Schablone auch noch absolut bezahlbar.

Schon da wusste ich, dass ich das unbedingt lernen möchte. Bei der nächsten Nadelwelt habe ich Sabine dann angesprochen und nach ihren Workshops gefragt. Der nächste Impuls war wenige Monate danach dann das zweite Lillestoff Festival. Auch da entstanden super Ergebnisse und die Teilnehmer an dem Workshop hatten offensichtlich ganz viel Spaß dabei. Eigentlich wollten meine Nähfreundin Jessica und ich gemeinsam einen Workshop in Speyer oder Mannheim machen, aber das war terminlich schwierig. Als ich dann im Sommer 2015 wusste, dass ich schwanger bin, wollte ich wenigstens noch einen Schnupperkurs machen, bevor unsere Kleine auf die Welt kommt.

Der Kurs: Siebdruck als Schnupperkurs

Im Oktober 2015 fuhr ich dann nach Mannheim, um dort an einem mehrstündigen Schnupperkurs in den Geschäftsräumen von Jeromin zu besuchen. Dabei hatte ich das riesige Glück, dass der Kurs nur aus zwei Teilnehmern bestand. So konnten sich Sabine sehr intensiv um uns beide kümmern und wir kamen ganz schnell rein in das Thema.

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Sabine zeigte uns dem Umgang mit den Schablonen und erklärte, worauf wir bei den Farben (Textilacrylfarben für den Siebdruck) achten sollten.

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Bei den ersten Versuchen klappte noch nicht alles ganz perfekt (das seht Ihr an den leichten Schatten bei der Schrift), aber ich finde, das sieht trotzdem gut aus.

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Die verwendeten Dekaprint Farben für den Siebdruck sind halbtransparent und das gibt sehr interessante Effekte, wenn man die Schablonen in mehreren Schichten aufdruckt. Damals hat Sabine dafür noch Farbroller aus Schaumstoff empfohlen. Weil ich damit nicht zurecht kam, hat sie mir gezeigt, wie ich es ganz vorsichtig mit einer Rakel machen kann. Das war aber ein Risiko, weil die Schablonen empfindlich sind. Heute gibt es tolle flexible Rakel von Jeromin in drei Breiten. Damit geht es sehr einfach und macht noch mehr Spaß.

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Bei diesem ersten Stoff hatte ich sofort die Idee, daraus eine Kosmetiktasche zu nähen. Deshalb habe ich versucht, das Muster einigermaßen symmetrisch zu machen. In den letzten Wochen habe ich es endlich geschafft, mir daraus eine Kosmetischtasche zu nähen. Die zeige ich Euch am Ende dieses Beitrags.

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Beim zweiten Stoff habe ich mich schon ein bisschen leichter getan. Wir dürften uns aus den vielen grundgefärbten Stoffen die aussuchen, die uns gut gefallen haben. Für den beerefarbigen habe ich mir aus dem Kasten mit über 100 Schablonen für den Siebdruck die Federn, Schriften und ein abstraktes Muster ausgesucht.

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Interessante Effekte kann man beim Siebdruck auch erzielen, wenn man die Schablone immer mal dreht oder auch mal an den Rand des Stoffes ansetzt.

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Man muss auch nicht immer die gesamte Schablone nutzen. Der Havanna Schrifzug ist aus einem Brief, da habe ich immer nur mal einen Teil gedruckt. Manchmal den Stempel und manchmal einen Teil der Adresse.

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Und so sieht er im Ganzen aus:

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Der Stoff ist noch nicht vernäht. Habt Ihr vielleicht eine Idee, was daraus werden könnte? Ich habe mich lange nicht wirklich getraut, meine selbstgestalteten Stoffe zu vernähen, weil sie etwas Besonderes für mich waren. Aber nachdem ich am letzten Wochenende einen weiteren Kurs zum Siebdruck gemacht habe, bei dem ich nun auch das Grundieren der Stoffe gelernt habe, denke ich, dass ich mir immer wieder so tolle Stoffe machen kann.

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Jetzt möchte ich Euch aber noch den letzten der drei im Herbst 2015 gestalteten Stoffe zeigen. Der gefällt mir immer noch am allerbesten und ich denke, der wird auch mal eine Tasche werden.

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Da habe ich auch wieder mit Schrift und abstrakten Formen gedruckt. Hier kam aber auch ein ganz tolles universales Sieb zum Einsatz: Die kleinen Rasterpunkte sind so genial als Gestaltungselement. Vor allem, weil man z.B. ein Blatt Papier nehmen und eine Form herausreißen kann und die dann unter die Schablone legen und die damit teilweise abdecken kann. Den Effekt seht Ihr bei dem Bild unten ganz gut.

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Bei diesem Stoff habe ich auch mit Neonfarben gearbeitet und das knallige Pink kommt auf dem blauen Grundstoff und den grau-weißen Drucken einfach supergut heraus.

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Hier seht Ihr den ganzen Stoff:

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Es ist wirklich sehr einfach, sich mit Siebdruck Stoffe nach seinen eigenen Vorstellungen zu machen. Die Herstellung der Siebe ist schwierig, aber wenn man die Schablonen schon hat, ist es wirklich sehr einfach. Die Farben sind umkompliziert und dadurch, dass sie sich gut mischen lassen, braucht man auch nur drei bis vier Grundfarben. Die Stoffe müssen nach dem Druck nur noch trocknen und dann durch Bügeln fixiert werden und überstehen danach auch die Maschinenwäsche.

Wenn Ihr noch mehr wissen wollt, dann fragt mich bitte. Ich werde Euch von dem zweiten Kurs auch erzählen und kann dann Eure Fragen auch beantworten.

Das Ergebnis – Meine Kosmetiktasche aus einem selbstgestalteten Stoff:

Jetzt zeige ich Euch aber erst mal noch, was aus meinem ersten Stoff entstanden ist:

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Eine Kosmetiktasche für mein Nähzimmer. Ich zeige sie Euch von beiden Seiten, so dass Ihr seht, dass es geklappt hat mit dem symmetrischen Muster.

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Der tolle metallisierte Reißverschluss ist aus dem Shop von Machwerk. Er lässt sich super vernähen, sehr einfach einfädeln und sieht vor allem in Taschen sehr professionell aus.

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Was sagt Ihr dazu? Der Siebdruck macht die Tasche doch sehr interessant, oder?

Und jetzt das Ganze noch zum:

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1 Comment on Stoffe gestalten mit Siebdruck – ein Riesenspaß!

  1. ReNAHTe
    6. November 2017 at 21:58 (2 Wochen ago)

    Wow! Dein Stoffdesign finde ich ganz grosse Klasse!
    Viel Spass mit Deiner Tasche!
    LG, ReNAHTe

    Antworten

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